Die Bildsprache des Himmels

Tierkreis und Astrologie, das ist, auf eine einfache Formel gebracht: Die Bildsprache des Himmels und der Versuch, diese Sprache im Zusammenhang mit dem menschlichen Schicksal sinnvoll zu deuten.

Von der frühen Antike bis ins hohe Mittelalter stritten sich die besten Köpfe darüber, ob die Himmelskörper beseelt seien oder nicht. Ob sie selber Götter oder lediglich Vermittler göttlicher Botschaften sind. Ob sie das Denken und Handeln der Menschen unmittelbar beeinflussen oder ausreichend Spielraum für den freien Willen gewähren. Weitgehend einig war man sich über den Stellenwert der Astrologie als Königin der Wissenschaften, bedingt durch ihre privilegierte Stellung am Schnittpunkt von Theologie, Philosophie, Alchemie und Medizin.


Fest steht: Die Wissenschaften haben sich ihrer alten Königin längst entledigt. Sie haben die Verbindung zum Himmel so radikal abgeschnitten, daß es heute fast lächerlich erscheint, Himmel, Wissenschaft und Astrologie in einem Atemzug zu nennen. Während andererseits kaum jemand etwas dabei findet, wenn Atomphysiker oder Gentechniker ungeniert selber Gott spielen.

Wahr ist aber auch: Unser Leben vollzieht sich immer noch  nach der Ordnung des Tierkreises und in den Rhythmen der Himmelsbewegungen. Wenn es früher einmal gestimmt hat, daß die Erfahrung der Menschheit im Tierkreis gespeichert ist, dann stimmt es für alle Zeit. Wenn es jemals wahr gewesen ist, daß der Augenblick der Geburt über Gestalt und Bestimmung unseres Daseins Auskunft gibt, vermag weder wissenschaftlicher Fortschritt noch die zeitgenössische Unterschätzung und Verharmlosung der Astrologie etwas an dieser Wahrheit zu ändern.